Alice im Wunderland

frei nach Lewis Carroll

 

 

alice_titelMit dem Fahrstuhl kommt Alice ins Wunderland. Dort, tief unter der Erde verborgen, existiert eine Welt mit ganz eigenen Regeln. Skurrile Gestalten, sprechende Tiere, eine grausame Königin und ein total durchgedrehter Hutmacher bevölkern dieses geheimnisvolle Land, in dem alles auf dem Kopf zu stehen scheint und Sprichwörter noch wörtlich genommen werden. Mutig macht sich Alice auf den Weg, die wundervoll fantastische, aber auch kriegerische Welt zu entdecken und muss sich dabei immer wieder gegen ihre eigene Fantasie behaupten. Was im normalen Gesellschaftssystem nur selten geduldet wird, wird hier möglich: dass sich ein Kind einer autoritären Königin entgegenstellt, dass Kinder das letzte Wort behalten und mit großem Scharfsinn die leeren Floskeln der Erwachsenen entlarven. Im Wunderland spiegelt sich die „normale“, von Erwachsenen dominierte Welt voller Gewalt und Krieg und wird von Alice ad absurdum geführt. Krieg wird hier zum inhaltsleeren Kartenspiel und Gewalt in der Willkürlichkeit der eigentlich machtlosen Herzkönigin konterkariert, denn einen Katzenkopf ohne dazugehörigen Körper kann man nicht köpfen lassen. Und die Moral von der Geschicht‘? – Die gibt es nicht!

alicepresse_kartonUnser Inszenierungskonzept ist darauf angelegt, Räume fürs Fantasieren im Spiel zu öffnen. Wir möchten den Kindern die Möglichkeit geben, ihr eigenes Wunderland zu gestalten. So ereignet sich die Aufführung in einem Bühnenbild, das von Kindern vorher im Rahmen eines Bastel-workshops gestaltet wurde. Rollen und Orte werden munter gewechselt, die Handlung durchwandert verschiedenste Ebenen, wird erzählt, gespielt, gesungen und bezieht von Zeit zu Zeit auch das Publikum mit ein. Wie in einem unaufgeräumten Kinderzimmer ist erlaubt, was gefällt – stille Momente wechseln sich mit Erzählung, actionreichen Wortgefechten und gelegentlichem Puppenspiel ab. Eine Inszenierung, die zwischen Performance, Erzählung und klassischem Rollenspiel oszilliert und dabei immer eins im Blick hat: den Kindern lebendiges und modernes Theater zu bieten und sie als Publikum ernst zu nehmen.

Uns ist es wichtig, viel anzuregen, aber nicht alles zu erklären, zu inspirieren aber die entscheidenden Ergänzungen der Fantasie unserer Zuschauer zu überlassen. In Lewis Carrolls Roman (1865) geht es ja eben genau darum, dass sich für Alice das Wunderland als ein Raum darstellt, in dem sie sich als Kind von dem belehrenden Ton und dem erhobenen Zeigefinger der Erwachsenen emanzipieren kann.

Bilder Peng

Bilder Open Ohr

Es spielen: Eric Hoenen, Valeria Blinkin, Albert Töws, Corinna SchattauerChristina Wagner, Christoph Schelm und Mona Riedel, Licht: Christoph Schelm

Alte Besetzung: Judith Hollingshaus, Martin Gajc und Gina Kettenhofen

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Pengland Mainz und bei den Mainzer Kammerspielen für die Probenräume, bei Pammela Ramos Quintela für das Plakatdesign und bei Stefan Wagner für das Filmmaterial.

theaterkollektiv